[:de]“Ich tanze nur zum Spaß!“ – Peace Dancers Adventskalender: 16. Dezember 2015[:]

Dance and Travel: Schnitzerei in einem buddhistischen Tempel im Terelj Nationalpark, Mongolei.

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In diesem Blogpost werde ich euch ein für alle Mal überzeugen, dass „Hammer gut Tanzen“ und „Verdammt viel Spaß haben“ absolut keine Gegensätze sind, sondern das absolute Traumpaar.

Wie oft habe ich schon gehört „Ich tanze nur zum Spaß!“ – verbunden mit einem mitleidigen Blick, nach dem Motto „Diese Armen Irren, die immer besser werden wollen und mit so viel Ehrgeiz bei der Sache sind. Dabei könnten sie doch so viel Spaß haben, wenn sie einfach nur zum Spaß tanzen würden…“ Leute, die „nur zum Spaß“ tanzen, meinen oft, sie hätten besonders viel Spaß, weil sie auf eine saubere Technik möglichst wenig Wert legen, weil sie nicht das Bedürfnis haben, ständig besser zu werden, weil sie nicht vom Ehrgeiz zerfressen seien.

Ein passendes Zitat zum Thema:

Remember where you came from. And remember that the bottom line should be not so much who’s greater than who, but who has the most fun. Not who dances the best, but who’s having the greatest time out there, because, after all, I think that’s what dancing should be. – Eddie Torres

Ich stimme dem voll und ganz zu. Worum geht es im Leben, außer, glücklich zu sein? Wenn einen das Tanzen nicht erfüllt, einem keinen Spaß macht, ist der Tanz sinnlos.

Was mich aber bei der Aussage von Eddie Torres stört: es separiert „dancing the best“ und „having the greatest time“. Dadurch entsteht der Eindruck, dass gut tanzen und Spaß haben Gegensätze sind: Spaß haben UND gut zu tanzen scheint kategorisch ausgeschlossen, so wie ein Essen unmöglich gleichzeitig vegan und mit Fleisch sein kann. Wie eine Farbe unmöglich gleichzeitig schwarz und weiß sein kann. Spaß haben und gut tanzen werden an die gegenüberliegenden Enden eines Maßstabes gelegt und alle Tänzerinnen und Tänzer werden pauschal in die eine oder andere Kategorie eingeordnet, nach dem Motto: „Du MUSST dich entscheiden: Willst du gut tanzen oder willst du Spaß haben? Willst du besser werden oder glücklich sein?“

Auf der anderen Seite das andere Extrem:

Qualität kommt von Qual.

Hier ein Ausspruch den bestimmt der eine oder andere (besonders harte Latein-Forma-Trainer?!) draufhat: Quälen beim Training = kein Spaß haben = hohe Qualität = gut tanzen = Wettbewerbe gewinnen.

Schluss mit diesem Quatsch! So ein Blödsinn! Beim Training Spaß zu haben ist meiner Meinung nach die beste Voraussetzung, um schnell besser zu werden. Wenn das Training wie im Flug vergeht, man sich danach einfach großartig und glücklich fühlt – und oder gerade weil man ein wenig besser geworden ist, wenn man gerne zum Training geht und Lust hat, mehr zu lernen und weiter zu üben – wie soll man da nicht super gut werden können und dabei jede Menge Spaß haben?

Ich finde auch, dass Training und Tanzen Spaß machen sollte. Auch ich „tanze nur zum Spaß“. Ich bin aber trotzdem ehrgeizig. Ich will trotzdem eine saubere Technik haben. Und zum Tipp „Sei doch nicht so verbissen und hab doch einfach mal Spaß“: Sorry Leute, aber ich habe einfach KEINEN Spaß, wenn ich nicht besser werde, wenn ich kein Ziel vor Augen habe, wenn ich „einfach so“ vor mich hin tanze. Jeder hat seinen ganz eigenen Maßstab dafür, was ihm Spaß macht und was nicht. Lasst uns das respektieren: lasst den einen ihren Ehrgeiz – er macht ihnen höchst wahrscheinlich Spaß, und lasst wieder anderen ihren ganz eigenen Anspruch an sich selbst und ihren Spaß.

Spaß haben und mega gut tanzen sind kein Widerspruch. Sie sind die perfekte Symbiose für langfristigen Erfolg beim Tanzen und innere Balance.

In diesem Sinne,

Deine Malin

PS.: Diese Holzdekoration habe ich in einem buddhistischen Tempel im Terelj Nationalpark in der Mongolei aufgenommen. Ich habe mich riesig gefreut, als man mir sagte, dass Fotografieren offiziell erlaubt sei, die Farben da drinnen waren absolut umwerfend intensiv.[:]

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